Oben angekommen stehen wir in einem schwarzen Flur. Alles ist düster, aber auch sehr prunkvoll.
„Oh man, ist der ein Emo?“ Jonas sieht mich mal wieder mit fragender Miene an.
„Ach, egal. Wo lang?“
Wir stehen in einem kleinen, runden, leeren Raum, von dem in die vier Himmelsrichtungen (würde ich jetzt mal wetten) vier Gänge abgehen.
„Keine Ahnung! Probieren wir es aus!“
Er wendet sich nach links. Ich laufe ihm hinterher. Wir kommen in einen weiteren kleinen, runden, leeren Raum. Diesmal allerdings ohne weitere Gänge.
„Unser Kumpel hier hat eindeutig viel zu viel Platz in seinem Bestattungsinstitut!“, murmele ich vor mich hin. Diesmal hört es Jonas nicht. Wenigstens etwas.
Der nächste Gang von unserem Ankunftsort.
Sackgasse.
Als wir den letzten Gang entlang laufen (war ja klar, dass es der Letzte sein muss!), kommen wir endlich in ein Zimmer, von dem ein weiterer Gang abgeht. Und, (wow) dieses Zimmer ist nur fast leer! Das Einzige, was sich hier befindet, sind Kerzen. Fünf Kerzen.
„Was soll denn das sein?“, frage ich mich entgeistert. Ich muss grinsen.
Vier Kerzen stehen in einem Quadrat. Eine Gelbe, Rote, Blaue und Grüne. In der Mitte dieses Quadrats steht noch eine Kerze. Eine Lilafarbene.
„Och nee, oder? Das kann jetzt doch nicht wahr sein!!!“, schimpfe ich grinsend vor mich hin.
„Jonas, du hast nie erwähnt, dass Orlanus der totale Eso-Freak ist!“
Jonas guckt mal wieder irritiert.
„Jaja, ich versteh schon. Ich meine damit, dass er wohl denkt, mit den fünf Elementen zaubern zu können.“ Irgendwie erinnert mich das alles hier viel zu sehr an „House Of Night“. Ich kann es nicht fassen! Anscheinend hat sich dieser Spinner das zu sehr zu Herzen genommen...
„Brüderchen, da hast du ja noch eine ganze Menge zu lernen! Also. Laut sicheren“, ich huste sarkastisch, „steht Gelb für die Luft und damit für den Osten, Rot für das Feuer - Süden, Blau für das Wasser im Westen und Grün für die Erde - Norden. Und Lila … Lila ist die Farbe des Geistes.“
Und an der Stelle stelle ich mir vor, wie wohl Orlanus die Elemente beschwören würde. Und breche sofort in einen explosionsartigen Lachanfall aus.
Jonas, der anscheinend so halbwegs kapiert hat, was hier abläuft, stimmt in mein hysterisches Lachen ein.
Leise gehen wir weiter. Durch den nächsten Gang, der mit zahlreichen Fackeln beleuchtet ist. Nicht mehr ganz so unheimlich. Plötzlich hören wir etwas. Eine Art Gesang, so, wie früher die Mönche gesungen haben. Eine monotone Stimme, die etwas sagt. Aber nur eine Stimme. Neugierig gehen wir in die Richtung, wo sie herkommt. Und dann bleiben wir vor einer leicht angelehnten Eichentür stehen.
Und darin – ich will meinen Augen nicht glauben – steht eine ganze Armee von maskierten schwarzen Typen, so wie unser lieber Luzifer.
Bestimmt so um die 100 Menschen. Und vor ihnen, auf einem Podest, steht Darth Vader. Für einen kurzen Moment muss ich grinsen. Also echt! Wie durch muss man sein, um so freiwillig herumzulaufen?
Doch dann friert mein Grinsen auf einen Schlag ein. Denn jetzt erst begreife ich, was Darth Vader da macht. Er hypnotisiert sie. Und zwar alle, die ganze Armee.
„Ähm, Jonas, was soll das denn werden?“, flüstere ich.
„Ja, also das ist unser werter Herr Zebediah. Ein – wie nanntest du es – eseltierisch bessener Diener unseres miesen Grafen Orlanus. Sein oberster Diener.“, haucht er zurück.
„Es heißt esoterisch.“ Ich kichere los. Und sofort merke ich, wie dumm das von mir war. Denn Darth Vader bricht abrupt seine Beschwörung ab und kommt auf uns zu. Noch hat er uns nicht gesehen, aber gleich, gleich wird er uns sehen und dann …
Meine Gedanken halten inne. Ich denke nichts mehr. Nichts. Oh doch, plötzlich ist mein Gehirn nur noch von dem Wunsch besessen, sofort zu Darth Vader zu gehen und ihm alles zu erzählen, und einzuschlafen … So fest zu schlafen … Schlafen …
Kapitel 32 – Das Schlurfen
Jemand rüttelt mich unsanft. „Man, lass mich!“, murmele ich im Halbschlaf vor mich hin. Soeben träumte ich noch, wie ich meine Rockstar-Karriere feiern würde und im nächsten Moment werde ich in die Wirklichkeit zurückgeschleust. Na toll.
„Komm schon, Bella, wach endlich auf!“ Jonas klingt genervt. Und als ich meine Augen aufschlage, bestätigt es sich. Zornig sieht er mich an.
„Kannst du mir mal sagen, was das gerade eben sollte?“
„Äh, was?“ Ich sehe ihn verpeilt an. Meinen dummem Gesichtsausdruck möchte ich im Moment lieber nicht sehen.
„Was, was, was! Du bist mitten im Flur einfach eingeschlafen! Zebediah hätte uns fast entdeckt!Zum Glück konnte ich uns in letzter Sekunde in diesem Raum hier verstecken.“
Und wirklich: Wir sind in einem kleinen, aber sehr hübsch eingerichteten Raum gelandet.
„Oh okay. Das tut mir sehr leid! Aber ich war plötzlich so müde!“
„Jaja, schon klar. Deswegen hast du jetzt ja auch drei Tage lang geschlafen. Damit müsste dein Schlafdefizit ja wohl endgültig behoben sein.“ Immer noch grimmig wendet er den Blick stur von mir ab.
„Wie gesagt. Es tut mir leid!“, antworte ich gereizter als ich wollte.
Ich will mich doch gar nicht mit ihm streiten! Wie konnte das passieren? Aber jetzt ist es auch zu spät. Ich als Dickkopf kann mich jetzt nicht mehr einfach so entschuldigen. So gerne ich es auch will.
„Ich geh mal alles auskundschaften. Du kannst ja noch etwas schlafen.“ Bei diesen gehässigen Worten treten mir Tränen in die Augen. Ich kann, ich darf jetzt nicht machgeben!
Als ich wieder zu ihm schauen will, ist er schon verschwunden.
Ich will jetzt aber auch nicht mehr schlafen. Oh man, drei Tage geschlafen! Das ist ja fast so, als ob ich in Berlin drei Wochen geschlafen hätte. Was war nur mit mir los?
Kurz entschlossen stehe ich auf. Ich kann mich ja wenigstens hier etwas nützlich machen.
Zuerst wende ich mich dem Sekretär zu. Er hat unendlich viele Schubladen, Kästchen und Griffe. Wahllos ziehe ich alle auf, mit beiden Händen gleichzeitig. Aber nirgendwo ist etwas darin.
Auch der riesige Schrank, der in der Ecke steht, ist vollkommen leer.
Merkwürdig.
Ich beginne, wie verrückt das Zimmer zu durchsuchen. Mir bricht der Schweiß aus, alles flackert vor meinen Augen.
„Ähm, darf ich fragen, was du da machst?“ Jonas steht lässig im Türrahmen, mit einem sarkastischen Grinsen auf dem Gesicht. Ganz kurz schiebt sich das Bild von Damon - dem Bad Boy der Fernsehserie „Vampire Diaries“, die ich in Berlin immer geschaut hatte - in meinen Kopf.
„Weißt du was? Du ...“ Eigentlich wollte ich mit „kannst mich mal!“ fortfahren, aber plötzlich ist es von meinen Lippen verschwunden.
Ich bin plötzlich schon wieder todmüde.
„Bella, du darfst jetzt nicht einschlafen! Zebediahs ist ganz in der Nähe!“
Aber da ist es schon geschehen. Schon sind mir meine schweren Lider zugefallen.
Als ich aufwache, fühle ich mich so zerschlagen wie noch nie. Dagegen war die Nacht, wo ich bis 3.30 Uhr auf war und einiges an Zeug getrunken habe (ich will nicht wissen, was das war) gar nichts. Mein Kopf brummt, ein Hammer schlägt von innen unaufhörlich gegen meine Schläfen. Meine Augen wollen jeden Moment wieder zufallen.
Um mich herum ist es stockdunkel. Ich sehe nichts, kann nicht mal irgendetwas erahnen. Ich liege auf hartem, kaltem Steinfußboden, umgeben von völliger Finsternis. Wie toll! Und Jonas ist … Ja, wo ist er eigentlich?
„Jonas?“, flüstere ich nun. Wer weiß, ob etwas in der Dunkelheit auf mich lauert!
Keine Antwort. Doch plötzlich ertönt ein Kratzen hinter mir. Oder eher ein … Schlurfen. Es erinnert mich an John. Es hört sich so an, als ob er nach einer durchgemachten Nacht um 6 Uhr morgens aufstehen und mit seinen ausgelatschten Hausschuhen den Flur in die Küche entlang laufen würde, um sich einen 3-fachen Kaffee zu machen. Schwarz natürlich.
Aber dies hier ist nicht John mit verquollenen Augen. Das ist etwas, das im Dunkeln auf mich lauert, in dieser undurchdringbaren schwarzen Finsternis.
Ich will Jonas rufen, aber mein Kopf ist immer noch wie benebelt.
Das Schlurfen kommt näher. Ich spüre die Anwesenheit von jemandem (oder etwas) nun ganz deutlich, fast so, als würde die schwarze Aura (die das Wesen ganz sicher umgibt) mich berühren. Ich kauere mich zusammen, will nichts mehr hören, nichts mehr sehen, nichts mehr fühlen. Und da hab ich die Idee. Ich krame leise und vorsichtig aus einer kleinen Tasche im Kleid und hänge ihn mir um. Dann beachte ich das Schlurfen nicht weiter, sondern versuche zu schlafen.
Kapitel 33 – Die Mail
Als ich aufwache, werde ich von gleißendem Licht geblendet. Ich versuche, durch einen winzigen Spalt meine Umgebung zu erkennen, aber es ist zwecklos. Es ist zu hell.
Ich bleibe also noch einige Sekunden – oder sind es Minuten? - liegen. Das tut gut. Einfach nur daliegen. Einschlafen …
HALT! Ich darf nicht einschlafen! Ich will doch weg von da! Und ich bin ja, glaube ich zumindest, wieder in meinem Zimmer. Also darf ich erst mal nicht wieder zurück! Gewaltsam zwinge ich mich, meine Augen zu öffnen. Zuerst schrecke ich wieder vor dem Licht zurück, gewöhne mich aber daran. Und stutze. Es ist nur meine Leselampe gewesen! Ich war so an das Dunkel gewöhnt gewesen, dass ich kaum noch Licht sehen konnte. Ich muss grinsen. Darth Vader ist anscheinend nur dunkles Licht gewöhnt …
Ich nehme Paraviel wieder ab. Sanft streiche ich über die Mosaikkreise. „Danke“, hauche ich. Dann lege ich ihn wieder in die Tasche im Kleid. Ich setze mich an meinen Computer. Es ist so komisch! Ich sitze in einem richtigen Stuhl, mache meinen Computer an, um meine Mails zu checken und meinen Facebook-Account mal wieder aufzufrischen. Die Finger auf der Tastatur fühlen sich auf eine, mir fremde Art und Weise, falsch an.
57 neue E-mails. Super. Davon allerdings 50 Spam. Drei sind von einem Jungen aus meiner Klasse, der mich schon ewig lange mit Liebesbriefen und sonstigem Zeug nervt, dass allerdings jedes Mal unsere Deutschlehrerin kontrolliert, oder eher gesagt: gleich selbst schreibt, da er echt kein Talent in solchen Dingen hat.
Der Betreff seiner Mails ist bei allen drei ähnlich. „Ich liebe dich“. „Ich vermisse dich, bitte öffne mich!“. „Ich liebe dich so sehr, Bella!“
Vier bleiben übrig. Drei Mails von einem Amerikaner, dem ich regelmäßig die schwere deutsche Grammatik zu erklären versuche.
Eine fehlt noch. Der Betreff: „...“
Na toll. Das sagt mir ja sehr viel. Leicht genervt öffne ich sie. Doch das Bild lässt mich sofort zusammenzucken, genauso wie der Junge im Geist-Video.
Denn darauf sehe ich – mich. Gut, das ist jetzt nicht so besonders. Ich habe leider schon öfter Fan-Fotos von Jungen aus meiner Klasse bekommen. Aber das hier ist anders. Es zeigt mich mit … Flügeln! Es war in Orlana, auf dem Boot. Mit Jonas. Und … Luzifer.
Bei der Erinnerung an ihn schüttelt es mich, aber sofort wird meine Aufmerksamkeit wieder auf das Bild gelenkt. Wer hat das gemacht? Wer? Wer kann wie ich in das Elfenreich reisen? Und wer bitte ist dann noch so schlau, zückt sein Smartphone oder seine Kamera und macht ein Foto von mir? Und dann noch im Elfenreich?
Ich bin erschüttert. Zu tiefst. Wie weit ist die Macht der Medien schon gekommen? Selbst im mittelalterlichen Elfenreich sind sie schon da. Und echt: Wer tut mir so etwas an?
Ich muss dahinterkommen, wie auch immer.
Jetzt erst bemerke ich, dass noch etwas darunter steht. „Ich habe mich in dich verliebt, meine kleine Halbelfe mit dem guten, alten Paraviel!“
Kapitel 34 - Alltag
Ich habe lange gedacht, dass ich eine Unmenge an Freunden habe. Aber solche virtuellen Freunde sind wie verstreute Sterne am Himmel. Es gibt sie dort draußen, und ich kann sie mir vorstellen, aber berühren werde ich sie nie. In diesem riesigen Universum existieren wir nebeneinander her, getrennt durch meilenweiten leeren Raum. [...] Sterne gehören an den Himmel, denn sie sind nur Lichtgeschosse auf dem Weg durchs Weltall und sollten aus sicherer Ferne bewundert werden. Wir Menschen hingegen teilen den selben Planeten, leben und atmen zusammen und sind nicht dafür geschaffen, von so viel Leere und Dunkelheit umgeben zu sein.
Die Rebellion der Maddie Freeman, Katie Kacvinsky
Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Wie soll ich heraus finden, von wem die Mail ist? Die Adresse nützt auch nicht viel. Elfenfreund@web.de – wie einfallsreich! Ich werde dem Absender antworten.
„Wer bist du?“, schreibe ich. Und: „Was willst du von mir?“. Senden. Kurz muss ich hysterisch Lachen. Vor kurzem, als alles noch in Ordnung war und ich nicht den kleinsten Schimmer hatte, dass es ein Elfenreich gibt, habe ich das Buch „Die Rebellion der Maddie Freeman“ gelesen. Und komischerweise erinnert es mich jetzt sehr daran.
Prompt kommt eine Mail zurück.
„Ich bin ich. Und du bist du.“ Haha, wie lustig. Und ich bin eine lila Kuh.
„Ich habe dich gesehen, ich weiß, wer du bist. Ich bin wie du.“ Was meint er damit? Denn mittlerweile bin ich mir sicher, dass es ein Mann ist, der mit mir seine Scherze machen will.
„Weißt du was: Lass mich einfach in Ruhe, wenn du mir schon keine konkreten Antworten geben willst!“, schreibe ich genervt zurück. Dann schalte ich schnell den Computer aus und lege mich hin. Ich habe Kopfschmerzen. Kaum ist man wieder da, fangen auch schon wieder die Probleme an.
Als ich aufwache, scheint die Sonne warm und hell in mein Zimmer. Maria schaut hinein, zuckt aber zusammen, als sie mich sieht.
„Oh, Bella! Schön, dich zu sehen!“ Scheu bleibt sie am Türrahmen stehen. „Ähm, du müsstest aufstehen ... Die Schule fängt gleich an.“
Oh nein. Das hat sie jetzt nicht wirklich gesagt! Ich habe weiß Gott andere Probleme als die Schule! Zum Beispiel einen verrückten Stalker, der wohl genauso wie ich halb Mensch halb Elfe (oder eher Elf) ist, der in den Welten springen kann, der Paraviel kennt und der von mir ein Foto gemacht hat! Dazu kommt noch, dass ich, wenn ich zurückspringe, wieder in die Klauen von Darth Vader und der Dunkelheit gelange. Und dass ich wohl von diesem Ungetüm, was dort auf mich lauert, gefressen werde.
Und da soll ich zur Schule gehen!
„Ich bin krank!“, stöhne ich, drehe mich um und will wieder die Augen zumachen.
„Bella. Du wirst jetzt auf der Stelle aufstehen, dich fertig machen und dann zur Schule gehen!“ Oh nein. Jetzt fängt sie auch noch mit dem strengen Mutter-Blick an … Ich bin verloren.
„Ey ey, Sir.“ Seufzend stehe ich auf. Bin ich doch glatt in meinem Kleid aus dem Elfenreich eingeschlafen! Schnell gehe ich ins Bad. Dort schaut mich eine Leiche an. Meine Augen liegen in tiefen schwarzen Höhlen, darunter stechen meine Wangenknochen deutlich hervor. Meine Lippen sind schmal und angespannt. Und von meinen Haaren will ich gar nicht erst reden!
„To-Do-List Nummer Eins: Wiederherstellung meiner Person.“, murmele ich, während ich in die Dusche steige. Das heiße Wasser prickelt angenehm auf meiner Haut, das Erdbeershampoo bringt meine Haare wieder zum Glänzen.
Nachdem ich ausgiebig geduscht habe, schlüpfe ich in die Jeans und in mein hautenges rotes Top. Schnell putze ich Zähne. Und dann der Hauptauftrag: Concealer von Mum suchen. Ich könnte mit meinen Augenringen glatt als Alice durchgehen!
Als ich endlich mit allem fertig bin, ist es schon viel zu spät. Pünktlich würde ich auf gar keinen Fall mehr kommen. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und rase zur Schule. Erste Stunde Deutsch. Das geht ja.
Als ich atemlos in den Raum hineingestürzt komme, starren mich alle an. Die Lehrerin durchbohrt mich mit eiskaltem Blick.
„Fräulein Leandra. Wo waren Sie?“ Schon so lange hat mich keiner mehr mit meinem Nachnamen angesprochen. Es hört sich so ungewohnt, so … fremd an.
„Hallo? Ich rede mit Ihnen!“
„Ähm ja, Entschuldigen Sie bitte. Ich habe verschlafen.“
„So siehst'e auch aus!“ Ich schlucke die Erwiderung, die mir auf der Zunge liegt, runter und gehe zu meinem Platz in der hintersten Ecke. Ein Pfeifen ertönt. Der Widerling Felix schaut mich herausfordernd an, eine Augenbraue hochgezogen. Also bei Damon sieht es ja gut aus! Aber doch nicht bei diesem blond-schwulen Kerl mit Silberohrring!
„Haben Sie ein Problem, Herr Meier?“, nimmt sie nun ihn aufs Korn.
Schnell dreht er sich wieder um ,schaut sie unterwürfig an und murmelt: „Nein, alles in Ordnung.“
„Ja? Wirklich? Dann kommen Sie doch mal nach vorne und erklären uns die feudale Ständegesellschaft, die herrschte, als Schiller „Kabale und Liebe“ schrieb!“
Und so zieht der Schultag an mir vorbei. Ehrlich gesagt kann ich jetzt, wo ich abends im Bett liege, nicht einmal mehr sagen, was alles passiert ist.
Ich schließe die Augen. Aber immer ziehen Bilder in meinem Kopf vorbei.
Felix' Grinsen.
Ein Foto.
Drei Punkte.
Der Satz: „Ich habe mich in dich verliebt“.
Immer wieder.
Immer wieder.
Kapitel 35 – Der Neue
Die Tage vergehen. Der Berliner Alltag kehrt zurück.
Ich vermisse Jonas immer noch so sehr, aber ich kann, ich will nicht zurück! Was, wenn die Dunkelheit mich verschlingt, tötet? Ja, was dann?
Ich vermisse Jonas immer noch so sehr, aber ich kann, ich will nicht zurück! Was, wenn die Dunkelheit mich verschlingt, tötet? Ja, was dann?
Ich habe solch schreckliche Angst.
Der November zieht an mir vorbei und damit auch mein 17. Geburtstag. Ich bekomme nur Bücher. Aber mehr verlange ich auch gar nicht.
Manchmal, in diesen besonderen Momenten, sind Maria und John für mich wie meine realen Eltern. Aber diese Augenblicke sind wie Sternschnuppen. Selten, sehr kurz und wunderschön.
Dezember. Weihnachten, Weihnachtsbaum, Bratapfel, Kirche, Silvester, Bleigießen, der „90. Geburtstag“ im Fernsehen,Feuerwerk …
Alles ist wie immer.
Im Januar fällt endlich der erste Schnee. Große, weiche Flocken schweben vom Himmel herab und verzaubern alles.
Das Großstadt-Leben hat mich wieder eingeholt.
Doch dann kommt der Februar. Der Februar, den ich nie vergessen würde. Der Februar, der alles änderte.
Der erste Schultag nach den Winterferien, alles ist wie immer. Noch.
Ich gehe an meinen Platz („Hey Bella! Wie wär's mit 'nem Dreier?“, höre ich mehrmals aus der zweiten Reihe. Ich ignoriere es einfach.) und setze mich hin, überschlage meine Beine in den engen Jeans und roten, hochhackigen Stiefeletten. Dann schaue ich bis zum Klingeln nur noch aus dem Fenster und versuche, meine Umgebung auszublenden.
Schließlich kommt unsere Klassenlehrerin in den Raum. „Guten Morgen! Wie ich sehe, verspätet sich unser neuer Mitschüler etwas!“ Missbilligend schaut sie auf ihre Rollex-Armbanduhr.
Da geht die Tür auf. Unwillkürlich halte ich den Atem an. Alle machen es.
Jetzt, wenn ich später darüber nachdenke, weiß ich nicht, warum ich damals so reagierte. Vielleicht, weil alle so reagierten. Vielleicht aber auch, weil ich spürte, dass diese Person, die nun den Raum betrat, mein ganzes Leben verändern würde.
Hinein kommt ein Junge. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Denn es ist nicht nur irgendein Junge, der da im Türrahmen steht. Nein. Es ist der schönste Junge, den ich je gesehen habe.
Er hat dunkle, halblange Haare und ebenso dunkle, geheimnisvolle Augen, die von dichten Wimpern umgeben sind. Ich spüre sofort einen Anflug von Neid. Für diese Länge und Volumen bräuchte ich schon so einen Multi-Mascara für 20 €, den ich mir nicht leisten kann.
Mein Blick gleitet weiter. Sein atemberaubender Körperbau. Überall sind Muskeln, aber auch nicht zu viele. Sondern genau die Menge, die es braucht, um gut, aber nicht zu angeberisch auszusehen.
Und dann schweife ich über die moderne, aber trotzdem anständige Kleidung zurück zu seinem Gesicht. Eher gesagt – zu seinen Lippen. Seine Lippen, die sich nun zu einem wunderschönen, geheimnisvollen Lächeln verziehen. Dahinter blitzen gerade Reihen strahlend weißer Zähne auf.
Ich merke, wie ich ihn immer noch mit offenem Mund und fast herausfallenden Augen anglotze. Schnell setze ich ein schönes, leicht anschmachtendes Lächeln auf.
„Ah, herzlich willkommen! Da sind Sie ja endlich!“ Halb bewundernd, halb missbillligend unterbricht unsere Lehrerin endlich das Schweigen.
„Entschuldigen Sie, ich fand den Raum nicht.“ Ich seufze innerlich. Er hat eine so warme, tiefe, melodische Stimme …
Sofort lächelt sie. „Nun gut, nicht schlimm. Wollen Sie nicht richtig hereinkommen und sich uns vorstellen?“ Oh mein Gott. Flirtet sie da etwa mit ihm? Ich fasse es nicht - sie ist doch sicher zwanzig Jahre älter als er, als wir alle!
„Ja, sehr gerne.“ Und so kommt er mit großen Schritten ins Zimmer und stellt sich direkt vor die Tafel, schaut in die Runde und lächelt uns an. Wobei ihn alle Mädchen – auch ich, wie ich notgedrungen zugeben muss – in schmachtend anhimmeln und die Jungs ihn wütend anfunkeln. Anscheinend wissen sie schon genau, dass nun jeder von ihnen abgeschrieben ist.
„Ich heiße Lance Smith. Und ich komme aus Houston, das ist eine sehr große Stadt in Texas. Ich surfe, spiele Gitarre und bin noch single.“ Hallo? Was sollte denn das jetzt? Eingebildeter Ami! Obwohl der erste Teil ja nun sehr gut klang …
Ich setze nun meinen Du-eingebildeter-Idiot-kannst-mich-mal-Blick auf und dränge, mit wenig Erfolg, meinen Anhimmel-Blick weg. Und starre ihn weiter an.
Er grinst immer noch so dämlich und schaut einige dieser Tussis bedeutungsvoll an.
„Mädels, fallt bloß nicht in Ohnmacht! Sonst verwischt vielleicht noch euer Make-up!“, denke ich und muss grinsen. Allein die bloße Vorstellung ist schon zu gut. Und sie sehen aber wirklich so aus.Ich verdrehe meine Augen.
Willkommen zurück im Anfangsstadium der Pubertät!
Während ich versuche, Lance für den Rest der Stunde entweder zu ignorieren oder ihm anwidernde Blicke zuzuwerfen, macht er schon erste Fortschritte bei den Mädels. Ohne Pause verteilt er heimlich Kusshände (ist ja klar, dass die Lehrerin nichts merkt!) und wirft Zettelchen umher. Besonders angetan hat es ihm anscheinend die Tussi-Queen Catharina, denn die Blicke, die er ihr sozusagen schon fast „überträgt“, sind schon sehr anzüglich.
Langsam müssen meine angewiderten Blicke nicht mehr nur gekünstelt sein. Was nimmt der sich hier raus? Kann er sich als Amerikaner in Berlin nicht benehmen?
Ich weiß nicht, wie oft ich an diesem Tag mir in Gedanken sagte: „Hackt's, oder geht’s noch gerade so, Ami?“
Anscheinend ging es nicht mehr. Denn dann kam die Pause.
Die Pause, in der er öffentlich so einiges mit Catharina anstellte.
Wie immer stehen alle in der Ecke auf dem Pausenhof. Die Raucher an den Bushaltestellen, wir hier. So war es schon immer.
Ich packe mein Brot aus. Mhm, lecker – Käse, ein Salatblatt und etwas von dieser abartig leckeren Cremé – und dann sogar noch ein Schokopudding mit Sahne! Ich bin Maria in diesem Moment sehr dankbar.
Ich beiße gerade wieder genüsslich in mein Brot, als ich etwas höre. Zuerst denke ich, es ist ein verletztes Tier oder so, und schaue mich schnell um. Aber dann entdecke ich Catharina und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Sie steht da mitten auf dem Schulhof und starrt Lance an, der zu uns hinüber geschlendert kommt. Und anscheinend bemerkt sie sogar nicht, dass sie dabei die ganze Zeit unnatürlich hoch und Groupies-artig kreischt. Oh man, hat die Probleme, also echt!
Als er näher kommt, rennt sie auf ihn zu und wirft sich ihm in die Arme.
Ähm ja. Ich falle dann jetzt mal in Ohnmacht.
Aber wie es immer so ist, sollte es noch schlimmer werden (wenn denn das noch geht). Denn jetzt … küsste sie ihn auch noch. Und er sie zurück.
„Alte Schlampen!“, zische ich leise durch meine Zähne.
Sofort drehen sich einige der Anhägerinnen von Cathi um, die in der Nähe standen.
„Ach Bella, du hast doch nicht etwa was gesagt, oder?“ Spott blitzt in den Augen von Emilie auf, die das sagt.
„Nein, habe ich nicht. Das war anscheinend nur der Durchzug in euren Ohren, der durch platinblondes Haarfärbemittel und tonnenweise Make-up erzeugt wird!“
Kurz starren sie mich noch mit offenen Mündern an, wobei sie wie Fische aussehen, die keine Luft mehr bekommen. Dann drehen sie sich beleidigt an und schauen wieder mit anhimmelnden Blicken die Kinoreife Szene an, die sich da auf dem Schulhof abspielt.
Notgedrungen wende ich mich auch wieder den beiden zu. Und bereue es sofort.
Denn mittlerweile ist seine Hand schon unter ihr hautenges Top gelangt und sie küssen sich immer noch, allerdings abartig wild.
Sofort brüllt jemand los: „Wuhu! Alle Kleinkinder mal runter vom Platz! Diese Szene ist nicht für Personen unter 16 Jahren geeignet!“
Doofer Spast, doch in der Hinsicht hat er sogar mal Recht.
Doch die beiden lassen sich nicht stören. War ja klar. Ich will ganz ehrlich nicht wissen, wie er noch Luft bekommen kann. Cathi steckt ihm ihre Zunge doch bestimmt meilenweit rein!
In dem Augenblick, als er ihr schon fast das Top ausziehen will (sie merkt es nicht einmal), klingelt es. Wir alle sind erleichtert, mit Ausnahme von Lance und Cathi natürlich.
Igitt, das werde ich nicht mehr so schnell vergessen! So ein … widerlicher Ami-Mistkerl!
In den nächsten Pausen sitzen die beiden nebeneinander, Lance umschwirrt von Cathis Thronfolge. In den Stunden klettern die Hände der beiden sonst wohin, aber die Lehrer bemerken es nicht. Natürlich nicht.
Sobald die letzte Stunde vorbei ist, schwinge ich mich auf mein Fahrrad und rase nach Hause.
Dort angekommen, hole ich mir eine Schüssel Schokomüsli und renne hoch in mein Zimmer, fahre meinen Computer hoch.
Es kommt mir heute so unendlich lang vor, bis er sich endlich ins Internet eingeloggt hat. Dort angelangt gehe ich mal wieder, seit gefühlten Monaten, auf meine Facebook-Seite. Und wirklich: Bei „Neuigkeiten“ sticht mir ganz oben ein Foto ins Auge. Gepostet von Princess Cathi. Zu sehen ist natürlich sie und – Lance. Bei ihrem Kuss-Rummach-Spektakel vorhin auf dem Schulhof.
Ich überfliege die 156 Kommentare, die drunter stehen. Die meisten sind nur so „Oh, ihr beiden Süßen!“ und „WOW. Du siehst toll aus! Darf ich das auch mal mit dir machen?“ und überall viele, tausende von Herzen.
Ich merke, wie mir das Schokomüsli wieder hoch kommt und renne schnell ins Bad. Danach schließe ich schnell Facebook und schaue noch meine Mails nach. Tatsächlich: 5 neue. Zwei wieder von meinem amerikanischen Freund, zwei Werbung und … eine von Elfenfreund@web.de, mit dem Betreff „Konkrete Antworten“
„Also. Du wolltest konkrete Antworten und hier kommen sie. Ich bin wie du. Und du kennst mich. Und ich denke, du findest mich sehr gutaussehend, aber auch eingebildet. Und jetzt gerade denkst du bestimmt, wie sehr recht ich doch habe. Nicht wahr?“
Ich laufe rot an. Denn … ich hatte das wirklich gedacht.
„Nun, willst du noch mehr Antworten? Dann komm am 14. Februar um 20 Uhr ins Café Wien, du kennst es ja. Wir sehen uns, meine Süße!“
Und das war alles. Ich muss schlucken. Der 14. Februar. Wie passend. Das würde ja ein spannender Valentinstag werden!
Kapitel 36 – Valentinstag
Der Valentinstag rückt näher. Immer noch renne ich jeden Tag sofort nach der Schule an den PC, in der irrationalen Hoffnung, doch noch eine seicht poetisch dahin geröchelte Mail zu finden. Aber mein Postfach bleibt leer.
Und dann ist es soweit. Der 14.Februar steht an. Am Abend davor kann ich nicht einschlafen. Ich habe bereits alles gemacht, was ich machen kann. Haare gewaschen und eingedreht, Maniküre, Pediküre, Kosmetik … Sogar mein Zimmer hab ich aufgeräumt, obwohl ich mich überhaupt nicht in der Stimmung befand.
Und jetzt liege ich im Bett und lese.Aber immer wieder schweifen meine Gedanken weg, zum morgigen Tag hin. Ich bin so aufgeregt! Ich habe keine Ahnung, was mich morgen um 20 Uhr da erwartet. Nur eins ist sicher: Ich hatte noch nie ein Date und das wird auch keins werden!
Anscheinend bin ich dann doch irgendwann eingeschlafen, denn am nächsten Morgen wache ich völlig fertig auf. Das fehlte mir ja noch! Der Albtraum war echt nicht toll! Ich träumte, wie alle Jungs im Café wie an der Theke standen, und mich anglotzen, als ich dann schließlich reinkam. Und dann brüllten wieder alle ihre Obszönitäten und schließlich verfiel ich sogar noch dem einen mega widerlichen Junge und machte mit ihm rum – aber so richtig heftig. Genauso, wie Catharina und Lance gestern.
Schnell unterbreche ich mich. An diesen Idioten will ich jetzt gar nicht denken!
Ich renne in die Küche, falle wie jeden Morgen über unseren Kater und stoße mich an der Ecke des Tisches. Dann hole ich die Müsli-Packung aus dem Schrank. Leer.
„Ach ja, was für ein geiler Morgen!“, murmele ich sarkastisch vor mich hin. Dann mache ich mir ein Brot und Cappuccino, falle das zweite Mal über den Kater und setze mich an meinen Lieblingsplatz in der Küche. Auf das breite Fensterbrett, wo direkt die Heizung drunter ist. Sofort springt Bogi (nerviger, alter Kater) auch mit aufs Fensterbrett und kommt schnurrend an, leckt meine Wange ab und nutzt die Chance, um von meinem Cappuccino zu trinken.
Etwas von der Flüssigkeit bleibt in seinen Schnurrhaaren hängen, als er mich schließlich wieder vorwurfsvoll anstarrt. Ich muss grinsen. Er hat es doch tatsächlich geschafft, meine zitternden Finger zu beruhigen!
Ich stehe wieder auf und setze mich vor den Fernseher und schaue mir die letzte Folge „Vampire Diaries“ an, die ich verpasst hatte. Wie sehr ich doch Samstage liebe!
Doch sobald die Folge vorbei ist, befällt mich auch schon wieder die Aufregung. Ich kann nicht stillsitzen, muss etwas tun. Schließlich gehe ich spazieren. Laufe die weißen Wege im Park entlang. Doch dann bin ich wieder zuhause und es ist erst 15 Uhr. Noch 5 lange Stunden …
Letztendlich lande ich am Klavier. Das hilft mir immer, wenn ich aufgeregt bin. Ich spiele ein Lied nach dem anderen. Und immer wieder „Clair De Lune“ von Debussy. Wie sehr ich es liebe!
Schließlich schaue ich auf die Uhr. 18.30 Uhr. Perfekt.
Schnell renne ich hoch. Zuerst kommt das Make-up dran. Wimperntusche, Rouge, Lidschatten, Lipgloss. Das ganze Programm. So hab ich mich schon lange nicht mehr geschminkt.
Und dann kommt das Problem. Welche Anziehsachen?
Als ich in diesem Moment da so vor meinem riesigen Kleiderschrank vorstehe, komme ich mir so normal vor! Ich wette, jedes andere Mädchen würde vor ihrem ersten „Treffen“ genauso wie ich jetzt ratlos dastehen.
Schließlich, nach langem Überlegen, entscheide ich mich für eine schöne Jeans, einen weißen, bequemen Pullover und meine roten Stiefel.
Als ich wieder auf die Uhr schaue, hab ich gerade nur noch so viel Zeit, mir meine Haare zu machen, dann muss ich schon losrennen. Schnell springe ich in die nächste U-Bahn und fahr nach Wannsee. Ich kenne den Weg schon auswendig. Maria liebt dieses Café. Früher waren wir hier einmal in der Woche, aber jetzt hat sie keine Zeit mehr dafür. Ich wette, dieser … dieser Stalker weiß, dass ich es hier liebe.
Ich biege um die letzte Straßenecke, die mich noch vom Café trennt. Es ist 19.55 Uhr. Pünktlich also.
Und dann stehe ich vor dem kleinen Jugendstil-Häuschen. In goldenen, verschnörkelten Buchstaben steht da „Café Wien“. Bevor mich die Kälte gänzlich zerfrisst, trete ich ein.
Und bin überwältigt.
Wie konnte ich nur diesen wunderschönen Ort so sehr verdrängen?
Die unterschiedlich hohen Ränge mit ihren gemütlichen Sitzecken, die riesigen Torten auf den Tresen, die tollen Bilder an den Wänden. Ich gebe mich dem Charme dieses Ortes hin, bis jemand mich an die Schulter tippt.
Erschrocken wirble ich auf dem Absatz herum, erwarte schon das Gesicht von irgendeinem Typen, der mir seinen Bieratem ins Gesicht haucht und „Heeey, süße Bella!“ ins Gesicht sagt.
Aber vor mir steht nur eine von diesen netten, rundlichen Damen vom Tresen.
„Kann ich Ihnen helfen?“, fragt sie mich nun und schaut mich lächelnd an. Eine perfekte Oma-Figur.
„Ich bin mit jemandem … verabredet.“ Ich schaue auf die Uhr, die an der Wand hängt. „Er sollte eigentlich schon da sein.“
„Ach, sie sind es, die der junge Mann angekündigt hat! Kommen Sie, er ist schon seit einer halben Stunde da und wartet auf Sie. Er freut sich ungemein!“
Und dann wackelt sie vor mir her. Erst durch den ganzen Raum, dann die Treppe hoch. Und da überkommt mich eine Vermutung, wohin sie mich führen wird.
„Warten Sie. Ich wette, er sitzt in der Ecke, wo sich die beiden Sofas gegenüber stehen, oder?“ Früher wollte ich da immer sitzen. Es ist die abgelegenste Ecke, aber auch die gemütlichste. Direkt am Kamin. Und man sitzt sich dort auf zwei ultra gemütlichen Sofas gegenüber.
Aber jetzt, dort zu sitzen …
„Ja, genau!“ Sie schaut mich verwundert an. „Finden Sie den Weg allein?“
„Ja, danke sehr!“ Ich lächle sie gezwungen an. Mir ist gerade überhaupt nicht nach Lächeln zumute. Langsam gehe ich weiter. Und dann stehe ich vor der Nische, wo die kleine Sitzecke drin ist. Ich sehe ihn nur von hinten, aber das reicht auch schon. Er sieht atemberaubend gut aus. Zu gut, um von dieser Welt zu sein. Und ich habe bis jetzt vor allem nur seinen Rücken gesehen!
Und dann dreht er sich um und lächelt mich an. Mein Herz hört auf zu schlagen.
Oh. Mein. Gott.
Kapitel 37 – Erklärungen
Ein ernsthaft Verliebter ist in Gegenwart seiner Geliebten verlegen, ungeschickt und wenig einnehmend.
Immanuel Kant
Lance.
Er sitzt dort. Wahrhaftig. Er ist es, darin besteht kein Zweifel. Niemand anders kann so gut aussehen (und dann noch so ähnlich wie Ben Barnes – einer meiner Lieblingsschauspieler!)
Ich starre ihn erschrocken an.
„Ähm … Was machst du denn hier? Das … das muss … eine Verwechslung sein! Ich … wollte mich hier eigentlich mit … jemandem treffen!“ Ja, wie toll, Bella, stottere nur weiter so schön und er haut gleich wieder ab! Aber er antwortet mir nur nett, während er weiterhin so süß lächelt.
„Bella, das ist keine Verwechslung! Ganz sicher nicht! Los komm, setzte dich erst einmal zu mir. Ich werde dir alles erklären.“
Auf einen Schlag verzieht sich die Röte und Verlegenheit und macht einem eisigen Gesicht Platz.
„Was willst du von mir?“, frage ich ihn scharf. Langsam habe ich diese ganzen Spielchen hier satt. Ich möchte einfach nur alles verstehen und ich möchte vor allem, dass alles wieder so sei wie früher, vor meinem 16. Geburtstag. Aber natürlich weiß ich auch, dass es nie mehr so sein wird. Absurde Wunschvorstellungen!
„Ich möchte dir einfach nur meine Lebensgeschichte erzählen. Dir alles erklären. Du kannst mir vertrauen! Also setzte dich bitte auf das Sofa, damit ich in Ruhe alles sagen kann. Okay?“
Er schaut mich bittend mit seinen großen, dunklen, wunderschönen Augen an.
Ich schmelze unter dem Blick dahin wie ein Eiswürfel im Feuer.
Schnell gleite ich auf das Sofa ihm gegenüber und schaue ihn nun erwartungsvoll an.
„Fang an!“
Das lässt er sich nicht zweimal sagen.
„Ich wurde vor 17 Jahren in Houston geboren. Ich hatte ein ganz normales Leben. Bis vor kurzem, aber darauf komme ich noch. Jedenfalls starb meine Mutter bei meiner Geburt.“
Anscheinend sehe ich ihn traurig und entsetzt an, da er sofort sagt: „Oh Bella, sag nichts. Ich kenne sie nur von Fotos und aus den Erzählungen von - Dad. Mehr nicht. Sie ist für mich fast wie eine … Fremde.“ Das letzte Wort flüstert er. Dann räuspert er sich und führt seine angefangene Lebensgeschichte zu Ende.
„Ich wurde von meinem Vater aufgezogen. Nie wieder sah ich ihn mit einer anderen Frau. Er leidet – litt sehr darunter. Er hat ihren Tod nie verkraftet.
Ich lernte früh schwimmen. Noch nicht einmal laufen konnte ich so richtig. Aber Dad nahm mich einfach mit ins Meer, legte mich aufs Wasser und sagte dann, ich soll einfach nur ganz ruhig daliegen. Mehr nicht. An diesem Tag lernte ich das Wasser kennen. Seitdem bin ich mit ihm verbunden. Sehr tief. Ich vermisse es schon jetzt hier, in Berlin.
Als ich in die Schule kam, lernte ich, dass es auch noch andere Menschen außer Dad und mir gibt. Ich freundete mich mit einigen Jungs an. Wir waren immer zusammen schwimmen, haben den anderen Reichen am Strand manchmal etwas – entwendet. Es war eine glückliche Zeit. Eine naive Zeit.
Und dann starb Dad. Ich erinnere mich noch genau an den Tag. Immer wieder taucht er in meinen Albträumen auf.
Ich war damals 14 Jahre alt, gerade in meiner störrischen Teenager-Phase. Ich kam von der Schule nach Hause und er saß vor dem Fernseher, schaute Basketball und trank. Mal wieder. Es war eine neue Saison. Eine Saison, die er nicht mehr überleben sollte ...
Ich kam wie gesagt nach Hause und sah in da sitzen. Ich weiß nicht, was mit mir los war. Vielleicht war es das F in Mathe, vielleicht der Streit mit meinen Kumpels. Vielleicht eben auch nur die Hormone.
Jedenfalls schrie ich ihn an, wie er da so sitzen könnte. Früher wäre er viel besser drauf gewesen. Und ich schrie ihn an, ob er sich noch an die Zeiten erinnern könnte, wo er noch nicht getrunken hätte und er immer mit mir schwimmen war.
Und dann … schrie ich, dass er ein miserabler Vater sei. Dass er mich doch auch allein lassen könnte, wo er doch eh nur den ganzen Tag trinken und Sport schauen würde.
Und dann rannte ich raus, holte mein Surfbrett und damit zum Meer. Ich blieb lange da, sehr lange. Es war schon sehr dunkel, als ich endlich beschloss, nach Hause zu gehen und mich dem Zorn meines betrunkenen Vaters zu stellen. Ich hatte Angst davor. Er war durch den Alkohol unberechenbar geworden.
Aber als ich nach Hause kam, saß er nicht vor dem Fernseher und erwartete mich auch nicht. Nein, der Fernseher war sogar ausgeschaltet. Es türmten sich auch keine Flaschen auf dem Tisch. Alles war sauber.
Ich glaube, dass war die Stelle, an der ich anfing, misstrauisch zu werden.
Ich rannte die Treppe hoch, rief seinen Namen. Ich war schon lange nicht mehr gelassen. Ich hatte Angst um ihn, solche Angst …
Schließlich rannte ich, nachdem ich schon alles durchsucht hatte, in unseren Keller. Ich hatte bis jetzt nur den ersten Raum betreten, da dort unser Kühlschrank mit dem Eis stand. Ich weiß nicht, warum, aber es gab glaube, dass es einfach nie einen Grund dafür gab. Und der Mutigste war ich noch nie, auch wenn ich oft so tue.
Aber an diesem Tag überwand ich meine Angst, die mir schon fast den Hals zuschnürte. Ich spürte, dass ich es tun musste. Die ersten Räume waren einfach nur Werkräume, die anderen waren leer. Dann stand ich vor der letzten Tür. Sie war eine massive Tür und sie war vor allem verschlossen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mal wieder mein Dietrich-Set zu benutzen. Seit dem Einbruch, wo mein bester Freund fast gestorben wäre, hatte ich es nicht mehr benutzt.
Ich konnte es immer noch tadellos. Binnen weniger Sekunden war sie offen. Nur – ich war nicht vorbereitet gewesen auf das, was mich hinter dieser Tür erwarten würde.
Mein Vater hing direkt vor mir von der Decke. Erhängt.
Ich weiß heute nicht mehr, wie ich es geschafft habe, die Polizei anzurufen. Als sie ankamen, lag ich dort. Bewusstlos.“
Er schluckt schwer. Ich sehe, wie sehr ihm diese Erinnerung zusetzt. Er tut mir schrecklich leid. Aber ich merke, dass er noch nicht am Ende ist.
„Ein Jahr lang musste ich mich dann mit allen möglichen Psychologen herum quälen. Es war grauenvoll. Immer wieder sollte ich über Dad sprechen. Aber ich konnte es nicht. Und so fingen sie an, mich mit Sachen vollzustopfen. Ich glaube sogar, es waren eine Art Drogen. In der Zeit fingen dann auch meine … Sprünge ins Elfenreich an.
In dieser Zeit konnte ich nichts mehr tun. Nichts. Ich konnte nicht essen, nicht trinken, nicht in die Schule gehen, nicht schwimmen. Ich war in meiner Seifenblase gefangen, wartete darauf, dass dieser Albtraum aufhören, die Seife zerplatzen und ich wieder in meiner alten, ruhigen Welt aufwachen würde. Klar, sie war nicht unbedingt schön, aber sie war wenigstens lebenswert.
Als ich dann endlich nach einem Jahr wieder aufwachte, musste ich mir endlich die Wahrheit eingestehen. Er war tot und würde es auch für immer sein. Ich war allein. Und immer noch sprang ich zwischen den Welten umher, ohne jede Kontrolle.
Zunächst wohnte ich bei meinen Großeltern, einige Häuser weiter. Doch als diese mich nicht mehr haben wollten, musste ich zu meinem Onkel. Dieser aber offenbarte mir, dass er in einem Monat nach Deutschland ziehen werde. Er habe eine süße Deutsche kennengelernt und wolle nun mir zusammenziehen. Und ich musste mitkommen.
Eine gewisse Zeit lang ging ich dann auf die Goethe-Schule, aber ich war da nicht glücklich. Und so bin ich nun auf deine Schule gewechselt.
Mein Onkel lebt nun glücklich mit seiner Frau, ihren beiden mitgebrachten Kindern und mir, dem ungewünschten Anhängsel, in einer Villa in Wannsee. Dort fand ich übrigens auch Rapaveil. Das Gegenstück zu deinem Paraviel. In einem alten, eingestaubten Schrank.
Ich kann nicht klagen, es ist purer Luxus, aber ich bin trotzdem nicht glücklich. Ich glaube, ich werde es auch nie mehr sein. Nie mehr so richtig.“
Er schaut mir tief in die Augen. Während seiner langen Geschichte durchlebte er alle möglichen Gefühle. Wut, Angst, Trauer, Liebe. Sehnsucht. Und endlose Hoffnungslosigkeit.
In diesem Moment sind all meine hässlichen, vergangen Gedanken über ihn verschwunden. Ausgelöscht.
Ich merke jetzt, dass es einfach nur eine Maske war. Oder ist? Er will einfach nur dazu gehören, zumindest etwas beachtet werden. Und nicht mehr nur in seiner schlimmen Welt untergehen.
Ich schaue Lance nun auch an. Und versuche, ihm mein Mitleid, meine Trauer, aber auch meine Hoffnung zu vermitteln. All das, was er nicht mehr hat. Und vielleicht nie mehr haben wird. Wenn es nach ihn geht. Aber ich habe andere Pläne. Ich will, nein, ich muss versuchen, ihm das zurückzugeben.
Kapitel 38 - Museumsbesuch
Als ich wieder zuhause bin, schlafen alle schon. Ich habe keine Ahnung wie spät es ist, vermute aber schlimmes, da alle schon schlafen. Und eigentlich ist Maria eine richtige Nachteule. Also wird es schon sehr spät sein. Ich gehe schnell in mein Zimmer und lege mich ins Bett. In letzter Zeit habe ich so gut wie jede Nacht geschlafen und meine Flügel sind in der Menschenwelt auch nicht mehr aufgetaucht. Aber ich finde es nicht besonders komisch, denn Maria hatte mir ja schon erzählt, dass Paraviel – und auch Rapaveil - eine unglaubliche Macht besitzten. Und bestimmt ist das auch so etwas eingebaut, was bewirkt, dass meine „elfliche Seite“ auch nur noch im Elfenreich auftaucht und sonst nicht. Und das finde ich auch gut so!
Lance und ich haben noch lange geredet. Über sein Leben im Elfenreich. Über die Mails. Ich bekam meine gewünschten Antworten. Und sogar zum Schluss einen flüchtigen Kuss.
Während ich langsam in die unendlichen Tiefen des Schlafes hinab gleite, sehe ich die ganze Zeit Lance' gequältes Gesicht im Kopf. Ich muss es verändern …
Am nächsten Morgen kommt Maria vergnügt in mein Zimmer. Am Sonntag. Und, nachdem ich einen kritischen Blick auf meinen Wecker geworfen habe, um 7 Uhr. Morgens.
„Ähm, Maria, wird das jetzt eine neue Foltermethode? Jugendliche um 7 Uhr Sonntags wecken – wie originell!“ Ich gähne und lasse mich demonstrativ wieder in mein Kissen sinken.
„Bella, sag bloß, du hast es vergessen?“ Sie schaut mich vorwurfsvoll an. Aber weil sie dabei grinsen muss, kommt es nicht gerade streng rüber. Ich schaue sie nur mit großen Augen an.
„Wir fahren heute ins Museum der Kunst! Das hatte ich dir doch schon erzählt!“
Okay, das war nun wirklich nicht in meinem Tagesplan drin gewesen.
„Ich bin begeistert.“, sage ich ironisch. Das konnte ich schon immer gut, ironisch sein.
„Bella, John freut sich schon seit Ewigkeiten darauf. Und ich mich auch. Also tu mir bitte den Gefallen. Mach dich fertig, komm essen und lass wenigstens uns beide einen schönen Tag haben, ja?“
Ich gebe ein undefinierbares Gemurmel von mir. Aber letztendlich halte ich mich an ihre Vorschriften.
Gegen Mittag kommen wir im Museum an. Es ist ein alter, prächtiger Bau, wo lauter Japaner davor stehen und ihn fotografieren.
Als wir drin sind, lasse ich Maria und John alleine. Ich verspüre nicht die geringste Lust, mit ihnen zusammen herumzulaufen und mir dann noch Johns Gerede anhören zu müssen.
Ich schaue in meinen Flyer, welche Ausstellungen es zur Zeit gibt. „Griechische Kunst“, da sind die beiden hingegangen. Ich will schon Richtung „Jugendstil“ gehen, als ich etwas entdecke. Bei den Sonderausstellungen, ganz klein gedruckt. „Elfen und Feen“. Ich muss nicht eine Sekunde lang überlegen, wo ich hingehen will.
Schnell schaue ich nochmal sicherheitshalber über meine Schulter, ob nicht doch zufällig gerade in diesem Moment Maria und John auftauchen. Aber nichts ist zu sehen. Also mache ich mich auf den Weg, die dunklen Flure entlang.
Als ich schon denke, dass ich mich verlaufen habe, sehe ich eine Tür am Ende des Flurs. Und dran steht wirklich „Elfen und Feen“. Ich habe es geschafft!
Schnell schlüpfe ich durch einen offenen Spalt hindurch. Die Ausstellung ist in nur einem kleinen Raum, sodass ich mit nur einem Blick erkennen kann, dass ich die einzige bin.
Ich stehe immer noch, wie Lance damals, in der Tür herum. So gehe ich erst einmal in die Mitte des Raumes, wo ein großer Tisch mit irgendetwas drauf da steht. Als ich näher komme, habe ich schon eine Vorahnung. Eine Vorahnung, die sich beim Näherkommen bestätigt. Ich stehe vor einer plastischen Karte des Elfenreichs.
Ich kann es nicht glauben. Wie soll so etwas in unsere Welt kommen? Wer kann so ein Werk erschaffen haben?
Mir fällt niemand außer Lance und mir ein. Aber wir beide können es nicht gewesen sein, so viel Erfahrung haben wir noch nicht.
Aber wer war es dann?
In Grübeleien versunken stehe ich immer noch vor der Karte, als plötzlich ein lauter Gong aus den Lautsprecher ertönt.
„Bella Leandra wird von ihren Eltern gesucht. Bitte melden Sie sich umgehend an der Kasse.“
Na super. Noch peinlicher hätte es wohl auch nicht gehen können!
Schnell zerre ich meine Kamera aus der Handtasche, fotografiere die Karte und renne dann zur Kasse zurück.
Als ich völlig verschwitzt und schwer atmend an der Kasse ankomme, stehen dort auch schon Maria und John und schauen mich mit ihren Adleraugen missbilligend an.
John eröffnet das Verhör.
„Wo warst du?“; blafft er in seinem freundlichen Erzieherton.
Ich starre an ihm vorbei, an die graue, leere Wand. Ich fühle mich wie in einem Gespräch mit zwei Polizisten mir gegenüber, die Waffen von ihnen auf mich gerichtet.
„Antwortest du mir gefällig!“ John zischt, er läuft rot an.
„Komm Schatz, lass und das doch bitte im Auto klären!“, redet Maria leise auf ihn ein und will ihn am Arm nach draußen ziehen. Doch es nützt nichts.
„Maria, lass – mich – bloß – in – Ruhe!“ Diesen Satz brüllt er so laut, dass die Sicherheitsbeamten, die in den Nischen der Vorhalle stehen, aufschauen und langsam in unsere Richtung kommen.
Meine Hoffnung, dass er endlich damit aufhören möge, wird natürlich enttäuscht. John hat gerade erst angefangen.
„Es kann so nicht weitergehen! Du verschwindest einfach, keiner weiß, wohin, du machst uns Sorgen über Sorgen …“ Ich beschließe, die Anschuldigungen einfach über mich ergehen zu lassen. Das bekam ich schließlich schon oft zu hören.
Ich starre weiterhin auf die graue Wand, bis John abrupt aufhört. Nun schaue ich ihn an und sehe sofort, dass aus dem Rot ein bedenkliches Lila geworden ist. Er bekommt keine Luft mehr!
Anscheinend haben es die Sicherheitskräfte auch gemerkt, denn nun kommen sie herangestürmt, nehmen John in ihre Mitte und bringen ihn hinaus.
Maria rennt ihnen schreiend hinterher. „Was tun Sie mit meinem Mann? Halt! Warten Sie!“
Schließlich erbarmt sich ihrer ein Beamter und erklärt: „Wir bringen ihn zu unserem Notarzt, Madame. Kein Grund zur Beruhigung. Sie können ihn auch gerne besuchen, falls Sie wollen!“
Er wendet sich bereits wieder von uns ab, um den anderen hinterher zu rennen.
Wir beide stehen verloren im Eingang herum. Die Menschenmasse, die sich vorhin um uns gebildet hatte, hat sich spurlos aufgelöst.
Es ist totenstill in dem Eingangsbereich, bis Maria müde das Schweigen unterbricht.
„Komm, lass uns nach hause gehen.“
Es ist so wundervoll! Vorallem das Ende von Kapitel 35. xDDD. Schreib sofort weiter. Okay, na ja, wenn du wieder Zuhause bist :D
AntwortenLöschenJa, werd ich machen! Du nervst mich ja grad schon ;)
AntwortenLöschenDanke <3
Also ersteinmal möchte ich mich bei Dir für Deinen netten Kommentar bedanken :-) *lächle* DANKE!
AntwortenLöschenUnd außerdem - dieser Roman: Wow. *-*
Ich glaube, ich bin verliebt ^^
Und damit meine ich, in die Worte, die Du schreibst. Ich bin wirklich, zutiefst beeindruckt.
Verspricht mir bitte, ja schnell weiter zu schreiben.
Alles Liebe
Caro ♥
Ps: Sobald ich ein neues Kapitel gepostet habe, sage ich Dir bescheid ;-)
Bitte nochmal ;) *breites grinsen*
AntwortenLöschenUnd DANKE!!! Solche Kommentare bringen mich immer dazu, weiterzuschreiben. Und: Ich verspreche es dir von ganzem Herzen! ♥
Und nochmal danke! Ich freue mich schon total auf mehr von dir!! *_____*
Es ist sooooooo toll!!!!! Und lustig. Ich hab mich ja halbtot gelacht und ... hach. Schööön. Eigentlich müsste ich dich dazu verdonnern, sofort weiterzuschreiben, aber das ist ja schon selbstverständlich :)
AntwortenLöschen*Frederieke*
Danke, meine Liebe!!! Ich schreib auch bald weiter, versprochen. Nur meine Augen müssen sich gerade mal ausruhen ...
AntwortenLöschenDanke für die Infos ;) Hab's sofort gelesen!
AntwortenLöschenEcht toll *-* Schreib schnell weiter :)
<3
Ich probiers, aber erstmal ist wieder "indigo" dran ... ;)
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